APOTIPP
SÄURE-
BASEN- GLEICHGEWICHT
Warum
sind Zitrusfrüchte für den Körper nicht sauer?
Unter
dem Säure-Basen-Haushalt versteht man die Regulation des pH-Wertes innerhalb
und außerhalb der Zellen.
Komplexe Stoffwechselvorgänge halten das Verhältnis von Säuren und Basen im
Gleichgewicht, sodass vielfältige Funktionen in unserem Körper optimal
ablaufen können. Die Messgröße ist der Blut - pH-Wert, der zwischen 7,36 und
7,44 liegen muss. Schon geringe Abweichungen vom Normbereich können
physiologische Abläufe beeinträchtigen. Werte unter 7,0 bzw. über 7,8 sind für
Menschen tödlich!
Basenliefernde
Nahrungsmittel
Eine
gesunde Ernährung sollte mindestens 70% basisch sein: Obst, Gemüse,
Kartoffeln, Kräuter, Mandeln, stilles Mineralwasser, Kräutertees.
Die Salze von organischen Säuren, die in Obst und Gemüse enthalten sind,
wirken nicht säuernd, sondern basenbildend. Ihre organischen Anionen (Citrat,
Lactat, Malat, Bicarbonat) können Protonen (H+) aufnehmen, und sie werden
schließlich zu Wasser und CO² abgebaut, das über die Lungen ausgeatmet wird.
Deshalb sind Zitrusfrüchte in der Stoffwechselbilanz basisch.
Neutrale
Lebensmittel
Milchprodukte
(Milch, Butter), Vollkorngetreide, Honig, Nüsse, Öle.
Säureerzeuger
Diese
Nahrungsmittel enthalten selbst keine Säuren, im Stoffwechsel entstehen aber
welche.
Zucker, Backwaren, Weißmehlprodukte, Kaffee, polierter Reis, Limonaden,
alkoholische Getränke.
Säurelieferanten
Ein
Überschuss an sauren Mineralstoffen (Schwefel, Phosphor, Chlor, Jod, Silizium),
sowie eine Säureproduktion durch den Stoffwechsel erzeugen eine doppelte Säurebelastung
des Körpers.
Fleisch, Geflügel, Wurstwaren, Fisch, Milchprodukte mit einem hohem Molkeanteil
(Käse, Sauermilch, Topfen, Joghurt)
Regulationssysteme
im Körper
Säuren
entstehen ständig im Stoffwechsel. Verschiedene Puffersysteme werden im Körper
aktiv, wenn saure Substanzen ins Blut gelangen. Sie neutralisieren die Säuren
und sorgen für einen konstanten pH- Wert im Blut.
Um Säuren,
die nicht ausgeatmet werden können, zu neutralisieren sind Kationen wie
Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Mangan notwendig. Wenn aus der Ernährung
nicht genügend basische Mineralien zur Verfügung stehen, so muss der Körper
auf die Mineraldepots zurückgreifen. Solche Depots sind Haut, Nägel, Zähne,
Knochen, Gefäße und Muskeln.
Bei der Verbrennung von Fetten und Kohlenhydraten entsteht Kohlendioxid,
in Verbindung mit Wasser Kohlensäure (H²CO²). Um eine Übersäuerung des Körpers
zu vermeiden, wird über die Lungen wieder CO² abgeatmet. Eine tiefe Atmung
(z.B. beim gemäßigten Sport) führt zu einer verstärkten Ausatmung von CO²,
zusätzlich wird die Stauerstoffversorgung im Gewebe und im Blut verbessert. Gut
Sauerstoff gesättigtes Blut hat eine größere Kapazität, im Gewebe Sauerstoff
abzugeben und Säuren aufzunehmen und über die Nieren auszuscheiden.
Saure nichtflüchtige Stoffwechselverbindungen werden über die Nieren
mit dem Urin ausgeschieden. Kationen werden gegen H+ Ionen rückresorbiert. Im
Eiweißstoffwechsel werden die schwefelhaltigen Aminosäuren zu Schwefelsäure
verstoffwechselt. Aus dem Purinstoffwechsel in der Leber fällt Ammoniak an, der
dann als Wasser und Harnsäure ausgeschieden wird. Milchsäure entsteht unter
Sauerstoffmangel bei schwerer körperlicher Arbeit im Muskel. Eine
kohlehydratarme Diät steigert die Säurebelastung, weil vermehrt Ketosäuren
aus dem Fettstoffwechsel anfallen.
Die Haut kann Säuren in Form von Schweiß ausscheiden. Der Säuremantel
(pH- Wert 4,6-6,0) schützt den Körper vor dem Eindringen von Keimen. Ist der
Schweiß jedoch zu sauer, so wird die Haut anfällig für Infektionen oder
Ekzeme, speziell unter den Achseln, in Hautfalten…
Frauen scheiden viele Säuren während
der Menstruation aus. Dieser Mechanismus fehlt aber in der Menopause.
Im Darm wird basisches Pankreassekret ausgeschüttet, das die Magensäuren
neutralisiert und sie über den Stuhl ausscheidet.
Manchmal schützt sich der Körper von einer Säureüberflutung durch
Erbrechen oder Durchfall, z.B. nach dem Genuss von unreifem Obst.
Verschiebung
des Gleichgewichtes
Wenn
über längere Zeit mehr saure als basische Lebensmittel konsumiert werden,
entstehen zu viele saure Stoffwechselabfälle, die nicht mehr vollständig von
den Puffersystemen neutralisiert werden können. Mit zunehmendem Alter nimmt die
Säureausscheidung der Nieren ab, sodass bei gleichbleibender Ernährung der
pH-Wert des Blutes leicht übersäuert wird („latente Azidose“).
Der Organismus muss mit der Mehrbelastung von sauren Stoffwechselprodukten
anders fertig werden, er lagert sie zwischenzeitlich im Bindegewebe, in
Knorpeln, Sehnen ab, bis wieder mehr Basen zur Neutralisation zur Verfügung
stehen. Durch das Bindegewebe aber verläuft der Nährstofftransport zu und von
den Zellen. Wenn zu viele Abfallstoffe im Bindegewebe abgelagert sind, können
die Körperzellen nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Dies
kann die Ursache für die Entstehung vieler Krankheiten sein.
Schwere Entgleisungen des Säure-Basengleichgewichtes sind meist Folgen von
Extremsituationen: schlecht eingestellter Diabetes, Nierenerkrankungen,
Leistungssport.
Auswirkungen
einer langfristigen Übersäuerung
Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Infektanfälligkeit sind eher
unspezifische Symptome, weshalb eine chronische Übersäuerung oft jahrelang
nicht bemerkt wird.
Bei der Gicht werden Harnsäurekristalle
in den Gelenken eingelagert, die sich entzünden können und sehr schmerzhaft
sind.
Magen-Darm-Trakt: Sodbrennen, Gastritis, Geschwüre, Blähungen, Völlegefühl,
Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen
Ein zu saurer Säuremantel
der Haut bewirkt eine trockene, rissige Haut, Akne, Haarausfall, brüchige Nägel,
Ekzeme, Infektionen.
Die Überbelastung des Bindegewebes mit sauren Ballaststoffen macht sich
besonders bei Frauen als Cellulite bemerkbar. Das Bindegewebe verliert an
Elastizität und Flexibilität.
Im
Bereich des Rückens sind verlieren die Knorpel der Wirbelsäule an Elastizität.
Die Beweglichkeit wird vermindert, es kommt zu Schmerzen und Deformationen.
Die sauren Gelenksflüssigkeiten bewirken eine Abnahme der
Knorpelelastizität und einen Gelenksverschleiß. Rheumatoide Arthritis kann die
Folge sein.
Immer wieder wird
diskutiert, ob eine Osteoporose die Ursache in der Übersäuerung hat. Bei einer
leichten Azidose werden vermehrt zunächst H+-Ionen in den Knochen im Austausch
von Na- und Ka-Ionen aufgenommen. Das führt wiederum zu einer Freisetzung von
Calcium sowie Carbonat und Phosphat aus dem Knochen. Außerdem werden die
Osteoklasten zum Knochenabbau stimuliert.
Ein
gesundes Leben für das Säure-Basen-Gleichgewicht
Zufuhr von zuviel Säure vermindern, Zufuhr von basischen Lebensmitteln
und Substraten wie Sauerstoff, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine erhöhen.
Stress reduzieren! Eine Übersäuerung des Körpers kann durch eine
Stressbelastung ausgelöst werden. Schlechte Körperhaltung, zu flaches Atmen
und dadurch eine zu geringe Sauerstoffaufnahme führen zu einem CO² Überschuss.
Bewegungsmangel vermindert auch eine ausreichende periphere Durchblutung, sodass
keine Säuren abtransportiert werden können.
Ausreichend schlafen, weil in der Nacht der Körper Schlacken abbauen
kann
Ausscheidung von Säuren fördern mit Bewegung und leichtem körperlichen
Training.
Stoffwechsel normalisieren, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr
achten: viel Kräutertee und Wasser trinken.
Für
Sportler ist eine ausreichende Basenzufuhr notwenig, weil sie die Leistungsfähigkeit
der Muskulatur erhöht und die Verletzungsgefahr verringert
Als Vorbeugung gegen Osteoporose bewährt sich laut wissenschaftlichen
Studien ein hoher Basenanteil in der Nahrung.
Schwitzen ist gesund. Speziell im Sommer auf eine basische Ernährung
achten, damit der Schweiß nicht zu sauer wird und die Haut reizt.
Bindegewebsmassagen unterstützen die Lösung der überschüssigen
Stoffwechselprodukte.
Basische Bäder unterstützen den Körper, Schlacken und Stress
abzubauen, sie sind auch angenehm bei diversen Hautproblemen,
Muskelverspannungen und Schmerzen… Man muss sich dafür mindestens eine Stunde
Zeit nehmen und die Haut alle 10 Minuten fest abbürsten. Da der pH-Wert des
Basenbades basischer ist als der der Haut, kann die Haut Säure abgeben.
Allerdings quillt die Haut im basischen Bereich, sie wird trocken und spröde.
Seifenfreie Pflegeprodukte schaffen wieder einen Ausgleich.
Basenprodukte
mit Bicarbonat neutralisieren hauptsächlich die Magensäure und helfen gegen
Sodbrennen und andere - Magensäure bedingte - Beschwerden. Citrate in
Basenmischungen werden fast vollständig aus dem Darm resorbiert und können im
gesamten Stoffwechsel ihre basische Wirkung entfalten.
„5
am Tag“ = 5x täglich je eine
Handvoll Obst oder Gemüse. Diese Empfehlung kann auch für das richtige Säure-Basengleichgewicht
der gesamten Bevölkerung nicht oft genug ausgesprochen werden!